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Aug um Aug

Pekinger Hauptbahnhof. Zwei Tag vor Beginn der Goldenen Woche, in der ganz China Urlaub hat. Was meine mueden Augen da schauen durften haette ich nicht zu traeumen gewagt.

Die Kartenschalter, derer es unendlich viele zu geben scheint, sind ausserhalb des riesigen Bahnhofgebaeudes. Ohne Ticket muss gar nicht erst versucht werden in Richtung Wartehalle vorzudringen. So bietet sich auf dem grossflaechig angelegten Vorplatz ein Schauspiel, das seinesgleichen sucht.

Einem Jahrmarkt gleich tummeln sich tausende von Menschen und stuermen die Schalter, schreien sich und die Umgebung an, rempeln oder feilschen mit Schwarzmarkthaendlern um das schnelle Ticket. So etwas habe ich bisher nocht nicht erlebt. Das reinste Chaos, die totale Anarchie, in der saemtliche Regeln des Anstands ueber Bord geworfen werden.

Ziemlich schnell erwarben wir fuer Dongyan ein Ticket, das zwar zum Betreten des Zuges ermaechtigt, nicht aber als Fahrschein gilt, und schleusten uns durch die erste enge Passage in die monumentale Eingangshalle.

Eine Reihe war nicht ersichtlich, man setzt alles auf das bewaehrte Trichtersystem. Was den einen oder anderen - in einem speziell krassen Fall sogar eine zarte, junge Sie - dazu veranlasste, die Ellbogen auszufahren und im Sturmschritt die anstehenden Menschen auf brachiale Weise aus dem Weg zu boxen. Unvorstellbar.

Der Weg von der Eingangshalle bis zum Checkpoint vor dem Bahnsteig ist gepflastert von liegenden, sitzenden und stehenden menschlichen Koerpern. Die einen gemuetlich doesend, die anderen lesend, Karten beziehungsweise Schach spielend oder genuesslich aus unappetitlichen Behaeltern essend. Als kuschelige Unterlage geniesst die aktuelle Ausgabe der Abendzeitung offensichtlich die groesste Beliebtheit.

So wie es an jenem Ort zuging, waere ich jederzeit bereit, auch das doppelte fuer einen Inlandsflug zu bezahlen. Denn es scheint sich dabei keineswegs um einen Ausnahmezustand zu handeln. Um sechs Uhr frueh waere es genauso zugegangen.

Nachdem ich Dongyan am Bahnsteig verabschiedet hatte, verliess ich den Zirkus voellig erschoepft. Schnurstraks lief ich in die naechste Niederlassung einer namhaften Fastfood-Franchise-Kette und goennte mir zur Beruhigung eine grosse Packung Calm McDown.
30.9.05 13:23
 



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