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Grosse Wallungen

Die eine Frage, die mir beim Betreten der Grossen Mauer nicht mehr aus dem Kopf wollte, war, wie auch nur ein einziger kurzsichtiger Dummkopf jemals glauben konnte, dieses Bauwerk waere vom Weltall aus zu sehen. Nur sechs Schritte breit. Da habe ich schon Schwierigkeiten, die wenige Kilometer weit entfernten Mauerabschnitte auszumachen.

Die andere Frage war die, warum die Chinesen so Angst davor gehabt hatten, an dieser Stelle der Gefahr von Barbareneinfaellen ausgesetzt zu sein. Jene Gegend ist derart unwirtlich und gebirgig, dass ich als Feind sofort wieder umgekehrt waere.

Das Gefuehl, auf der Mauer zu stehen war dann aber trotzdem einzigartig. Nach einer Fahrt, die sich ueber mehrere Stunden hinzog, weil man bei der gebuchten Busreise zwischendurch nicht nur bei Jadefabriken und zum 'chinesischen' Mittagessen, sondern auch bei den Minggraebern Station machte, war uns jener erhebende Augenblick beschert.

Das Essen war das schrecklichste, was ich in China je gesehen habe. An jenem Ort wurden saemtliche Touristen durchgeschleust, vermutlich in dem Glauben heimkehrend, authentische Gerichte serviert bekommen zu haben. Jedenfalls war es das erste Mal, dass ich Pommes Frites und geschnitzeltes Wienerschnitzel auf einem chinesischen Drehtisch sehen musste.

Der Mauerteil, den wir besichtigten, hiess Mutianyu und soll der schoenste der drei Pekinger Abschnitte sein. Eine halbe Stunde brauchten wir, um den Huegel zu erklimmen. Der Schweiss hatte sich gelohnt - die Sicht auf die Gebirge, ueber die sich die Mauer mit vielen Windungen schlaengelt, ist einfach beeindruckend und mit nichts zu vergleichen.

Oben stolperten wir eine lange Strecke ueber die ungleichmaessigen Stufen, welche die Mauer streckenweise auch zu einem gefaehrlichen Erlebnis werden lassen. Den Abstieg wollten wir noch einmal so richtig geniessen und schossen mit der Sommerrodelbahn aus deutscher Produktion ins Tal hinab.

Als waere dies alles noch nicht Adrenalinstoss genug gewesen, gab der Fahrer unseres Neunplaetzers auf der Rueckfahrt auch noch eine Galavorstellung chinesischer Fahrkunst. Seine Ueberholmanoever sorgten dafuer, dass trotz grosser Muedigkeit keiner der sechs Fahrgaeste eine Auge zutat.
1.10.05 04:19
 



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