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Der Juengste Tag

Damit es auch ueber meinen vorerst letzten Tag in China noch etwas zu schreiben gibt, bin ich heute nach erfolgreichem Abschluss der Mittagsmahlformalitaeten zum Himmelstempel marschiert. 45 Minuten. Mindestens.

Der Park ist im Norden ein Halbkreis und im Sueden eckig, was die ehemalige Vorstellung einer quadratischen Erde unter einem runden Himmel symbolisiert. Neben den ueblichen Pagoden und Gebaeuden zum Beten und Opfern gibt es dort einen Platz, auf dem eine Art ueberdimensionale, dreistoeckige Torte steht. Durchmesser geschaetzte 40, Hoehe etwa fuenf Meter.

Auf der obersten Plattform ist genau im Mittelpunkt ein Kreis mit einem Meter Durchmesser eingelassen, welcher die Mitte des Himmels repraesentiert. Das veranlasst zahlreiche Touristen aus dem In- und Ausland dazu, sich zu zehnt auf diesen Quadratmeter zu quetschen und sich mit erhobenen Armen fotografieren zu lassen.

An jener Stelle stehend soll man eine besonders wohl klingende und sonore Stimme haben. Da aber alle zehn Platzanwaerter durcheinander reden geht der Effekt eher unter.

Eine Weile streifte ich noch durch die weniger frequentierten Gebiete des Parks. Auf einem kleinen Platz, im Schatten der allgegenwaertigen Zypressen, sassen mehrere in die Jahre gekommene autochtone Sinologen und uebten auf der traditionellen, einsaitigen Geige.

Diesem Instrument lassen sich sehr schoene Klaenge entlocken - es waere eigentlich der optimale Soundtrack fuer einen Ort wie diesen. Aber da sich die anwesenden Virtuosen nicht auf ein Stueck einigen konnten, klang das Endprodukt ein wenig vergeigt.

Die Kakofonie vollendend stand vor zwei Musikern jeweils ein begnadeter Saenger. Inbruenstig gaben die beiden einen Kanon zum Besten. Leider nicht den selben.

Und bevor ich mit meinen Berichten in eine aehnliche Leier verfalle, reise ich aus. Nach fuenf Tagen und sechs Naechten in der chinesischen Hauptstadt faellt mir der Abschied bedeutend leichter. Hatte ich Qingdao noch richtig lieb gewonnen und mit entsprechend Wehmut verlassen, so blicke ich jetzt nach dieser Woche inmitten des ueberbevoelkerten Ballungszentrums freudig smogfreier Luft und provinzieller Ueberschaubarkeit entgegen.
3.10.05 12:38
 



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