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Die Juengsten Gerichte

Zwei Strassen weiter beginnt ein groeberes Einkaufsviertel. Abends ist da momentan die Hoelle los, der Verkehr liegt lahm, hunderte Reisebusse verstopfen die Strassen und Gassen. Dazwischen draengeln Menschen auf jedem freien Zentimeter.

Auf einem kurzen Abschnitt von 200 Metern ist eine Fressmeile eingerichtet, eine zusammenhaengende Kette von Staenden. Den Plan, am letzten Abend noch einmal Pekingente essen zu gehen, warf ich gleich ueber Bord und stattdessen mich ins Getuemmel.

Denn das ist China, wie ich es liebe: Tumult und kulinarische Koestlichkeiten. Und hier gabs von allem genug - so exotisch, wie nur moeglich. Ich ruestete mich am ersten Stand mit einer Kokosnuss und einem Strohhalm aus und schlenderte schluerfend an den Staenden entlang.

Da gab es Spiesschen mit allen vorstellbaren Varianten von Tieren und Tierteilen. Tausendfuesser und Seesterne, Seidenraupen und Dinge, die verdaechtig nach Stierhoden aussahen, gewoehnliches Fleisch und Innereien, Fische und Fruechte, Gemuese und Tofu.

Die Luecken wurden mit Suppen, Nudeln, Gebaeck und Reisgerichten gefuellt. An dieser Strasse haute ich meine letzten Yuan auf den Putz, bis mir nach der zweiten Kokosnuss - fuer deren Gegenwert hier normalerweise drei Leute satt werden - vollends uebel wurde.

Die Verkaeufer sorgten waehrend der ganzen Zeit fuer Unterhaltung. Sie schrien und priesen ihre Waren mit dem werbewirksamen Slogan "Rrrrrrrr, yeah, rrrrrrr!" an. Ich glaube, die kamen alle aus einer Provinz, in der man die Kunst des rollendes Rs zum Volkssport erkoren hat. Und jetzt will man die anderen neidisch machen. In den Pausen dann ein r-loses "Squid, Sir, squid!".

Hie und da liefen Damen rum, die fuer einen Klumpen Packungen mit Taschentuechern verkauften. Sie sahen nicht so aus, als haetten sie die Lizenz zum Verkaufen; vermutlich haette ich mir mit dem Geschaeft auch noch ein paar Spiesschen dazu verdienen koennen. Denn gleich nach Durst kam hier das Beduerfnis nach Fingern ohne Fett.
4.10.05 09:54
 



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