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Der Reiz des Belanglosen

Es gibt nichts schlimmeres, als vor einer Deadline fertig zu sein. Doch ich habe jetzt einen Schlussstrich gezogen und meine Diplomarbeit drucken lassen. Fertig, aus. Rien ne vas plus. Und ich rühr sie nicht mehr an. Höchstens noch physisch. Und ohne darin zu lesen.

Denn mit jedem Tag, der vergangen ist, seit ich das letzte Wort getippt habe, bin ich mit dem Ergebnis ein wenig weniger zufrieden. Von der anfänglichen Euphorie geradewegs in Richtung Selbstzweifel. Wie gesagt, nichts schlimmeres, als vor einer Deadline fertig zu sein.

Bis zur Deadline, die ja dem Namen nach bereits tot ist, und bis zu meiner endgültigen Abreise gilt es noch ein wenig Zeit tot zu schlagen. Was gar nicht so einfach ist. Hatte ich mich ein paar Wochen zuvor noch auf ein paar ausgiebige Lesewochen gefreut, muss ich heute zugeben, dass mir dazu Nerven und Ruhe fehlen.

Heute Vormittag habe ich ernsthaft mit dem Gedanken gespielt, ein Computerspiel zu kaufen. Ein klassisches Point-and-Click-Adventure. So wie früher. Fünf Minuten stand ich vor dem Regal und focht einen verbitterten Kampf mit mir selbst aus.

Ja! Nein! Ja! Nein! Komm jetzt! Nein! Schon so lang nicht mehr! Wie alt bist du? Ach komm! Vergiss es! Jetzt sei doch nicht so! Nein! Doch! Nein! Doch! Nein! F*** - OK dann eben nicht. Spielverderber.

Aber zumindest ein vorübergehendes Ende dieser Tristesse ist absehbar. Kommenden Montag geht es ab nach Basel, wo in der St. Jakobshalle - "Holy crap!" - für eine Woche die BWF Super Series Halt machen.

Eine Woche Schiedsrichterei wirkt immer wie Balsam. Denn es bedeutet eine Woche abgekapselt zu sein von der Außenwelt. Abgekapselt in einem Mikrokosmos mit höchster Konzentration auf etwas so exorbitant Belangloses wie Federball.

Eine Woche lang wird das normale Leben, das Studium und der Beruf vollkommen ausgeblendet und an deren Statt tritt einzig und allein die nächste "Duty", der nächste Einsatz. Die Entscheidung über den nächsten Aufschlagfehler hat dann plötzlich eine weitaus höhere Priorität als eine öde Diplomarbeit.

Ökonomisch betrachtet ist da sogar etwas Wahres dran. Schließlich wartet bei den Swiss Open wieder einmal der Nervenkitzel von Zigtausend-Doller-Entscheidungen. Dagegen wirkt die Entscheidung "Diplomarbeit bereits drucken? J/N" wie ein schlechter Scherz.
5.3.08 11:34
 



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