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Impfkers Privatauslese

Wer hätte gedacht, dass Impfen in Shanghai derart unkompliziert und reibungslos abläuft? Ein kurzer Anruf unserer Sekretärin beim Shanghai International Travel Medical Center (SITMC), der offiziellen „Impfstätte“ der Provinz, genügte, um einen persönlichen Termin wenige Tage später zu fixieren.

Das SITMC gehört zur großen medizinischen Versuchsanstalt für Ausländer im Distrikt Changning, Nähe Flughafen Hongqiao; den bereits vor geraumer Zeit beschriebenen Parcours, den jeder, der um vorübergehendes „Arbeits- oder Studienasyl“ in Shanghai ansucht, über sich ergehen lassen muss.

Das Gebäude der SITMC ist jedoch weniger überlaufen und deshalb vergleichsweise angenehm organisiert. Die meisten Leute impfen sich schließlich vor der Einreise nach China und nicht, weil sie - wie ich - aus China weg in noch "verseuchtere" Regionen wollen.

Mein Termin um 10 Uhr morgens wurde vergangenen Freitag peinlich genau eingehalten, obwohl ich eine halbe Stunde zu früh war und nur ein dänischer Expatriat vor mir an der Reihe war.

Ein Formular abzugeben und meinen Pass vorzuweisen war alles, was ich schließlich zu tun hatte. Meine medizinischen und sonstigen Daten inklusive Lichtbild waren bereits im System von der damaligen Leibesvisite.

Punkt 10 Uhr wurde ich von einer Krankenschwester in ein Untersuchungszimmer gebeten, wo bereits eine weitere Schwester wartete; meine Unterlagen bereits vor sich liegen. „Sie wollen sich also impfen lassen. Wo soll es denn hingehen?“ Auf meine Antwort hin ein kurzer Blick ins System, Register „Reiseempfehlungen“.

Innerhalb von zehn Minuten hatten wir meine bereits getätigten Schüsse durchdiskutiert (mein Impfpass liegt ja immer noch zuhause in Österreich) und meinen persönlichen Kongo-Spezialcocktail zusammengestellt.

Weitere zehn Minuten später hatte ich den zur Einreise in die Demokratische Republik Kongo gesetzlich verpflichtenden Schuss gegen Gelbfieber im linken Oberarm und die erste Cholerakapsel im Magen. Die zweite wird sieben Tage später folgen.

Des weiteren wurde mir eine 100er-Dose Tabletten zur Malariaprophylaxe und eine Moskito abweisende Salbe zugesteckt. Aufmerksam notierte ich mir im Kopf die Instruktionen; mittlerweile ist mein Chinesisch auf dem Gebiet der Tropenkrankheiten und derer Behandlung auf höchstem Niveau.

Für viererlei Medikamente plus Behandlungen bezahlte ich anschließend 547 Yuan in bar. Ein lachhafter Obulus, wenn man ihn beispielsweise mit den über 200 Euro für Tollwut- und Meningitisimpfung in Österreich im letzten Jahr vergleicht. Da rentiert es sich schon fast, extra für eine Spritzenkur nach China zu fliegen.

Nun, viele Impfstoffe gibt es jedenfalls nicht mehr, die jetzt noch nicht durch meine Adern fließen. Da tummelt sich momentan so viel Müll, dass gar kein Platz mehr für Alkohol bleibt. Und der soll doch bisweilen ebenso die Abwehrkräfte stärken. „Noch ein Gin Tonic, bitte!“
16.8.08 18:07
 



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