The World According to Dave www.toDave.de

  Startseite
    | China 2011
    | Alltäglich
    | China 2009
    | China 2008
    | China 2007
    | China 2006
    | China 2005
    | Afrika 2008
  Über...
  Archiv
  BUCH zum BLOG
  Landkarte China
  Bildlich

The World According to Dave www.toDave.de

http://myblog.de/todave

Gratis bloggen bei
myblog.de





WM-Quali in Konkola

Konkola ist nach Chingola das letzte Kaff vor dem Grenzposten Kasumbalesa an der Grenze von Sambia und Kongo. Praktisch besteht das ganze Dorf nur aus einer grossen Kupfermine unter kanadischer Flagge. Aber es besitzt ein Fussballstadion.

In diesem kleinen Fussballstadion wurde Mittwochnachmittag (in Ermangelung von Flutlichtanlagen werden viele Spiele in Afrika tagsueber ausgetragen) das WM-Qualifikationsspiel zwischen Sambia und Togo ausgetragen.

Und ich war dabei. Zumindest in der zweiten Halbzeit. Eher haben wir es naemlich nicht hingeschafft. Trotzdem war uns ein Empfangskommitee sicher. Unser Toyota “the Elephant” Landcruiser wurde bereits bei der Einfahrt schwer belagert.

Die einen wollen einen Parkplatz vermitteln; die anderen fuer ein paar Kwacha auf den Wagen aufpassen. Ein Tumult sondergleichen – da vermisst man direkt die zurueckhaltende chinesische Landbevoelkerung, die zwar starrt und “Auslaender” schreit, dafuer aber grossteils Abstand haelt.

Entsprechend mussten wir auch nach dem Schlusspfiff mit unserem Gelaendewagen durch die Massen pfluegen. Mein libanesischer Freund machte noch im Vorbeifahren Geschaefte, um die Goetter auf unsere Seite zu bringen: er kaufte zwei gestrickte Sambia-Schals, die weithin sichtbar auf die Armaturen gelegt wurden.

“How much?” - “20 [thousand]!” – “10!” – “15!” – “20 for two!” – “Okay!” Der Verkaeufer hatte Muehe, mit dem Wagen Schritt zu halten. Andere wiederum kamen nicht in den Genuss auslaendischer Wohltaetigkeit und riefen unserem sambalesischen Begleiter auf dem Ruecksitz zu: “Hey, der hat uns noch kein Geld gegeben!”

Eine interessante Aussage, die nachdenklich stimmt. Manchmal fragt man sich, wer letztendlich Schuld ist an der seltsamen Lebenseinstellung mancher Teile der Bevoelkerung in diesen Breiten. Sie selbst oder die ehemaligen Kolonialherren?

Denn es ist irgendwie kein richtiges Betteln. Sie sehen es als ihr Recht an, den reichen Auslaendern immer wieder mal ein wenig Geld ohne Leistung abzuverlangen. Und die Libanesen im Kongo und in Sambia sind da relativ grosszuegig.

Nicht ganz uneigennuetzig – schliesslich erkauft man sich damit auch ein kleines Stueck Schutz. Als Opfer organisierten Betteltums in China ist man da hingegen fuer gewoehnlich etwas skeptischer.
16.9.08 06:30
 



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung