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Auf der Piste

Zum ersten Mal seit fast drei Jahren habe ich mich dazu hinreißen lassen, Ski zu fahren. Drei Jahre in denen ich mich den traumhaften Skigebieten der Alpen verweigert habe – aus Preisboykott und Lustlosigkeit. Jetzt stand ich wieder auf Brettern. In Shanghai.

In Dubai konnte ich der Versuchung ja noch wiederstehen, 40 Euronen für Indoor-Skispaß in einer Wüstenmetropole auszugeben. Gestern gab es jedoch keine Ausrede mehr. Im Rahmen eines „Team-Building-Events“ unserer Abteilung sah ich mich „gezwungen“ in einer heruntergekommenen Facility im Süden Shanghais in einen miefenden orange-schwarzen Skianzug mit – ja wie denn das? - „Hokkaido Indoor-Skiing Arena“-Aufdruck und halb auseinanderfallende graue Skischuhe Größe 44 zu schlüpfen, mir ein paar Rossignol-Carver der vermutlich ersten Generation anzuschnallen und damit eine künstlich beschneite Erhebung zu erklimmen.

Es gibt zwei Lifte: ein Förderband für die ersten vierzig Meter Auslaufpiste und einen Tellerlift im Zeitlupentempo für den restlichen 150-Meter-Stich zur „Bergstation“. Die Piste kann von ganz oben bis ganz unten im Schuss in der selben Zeit zurückgelegt werden, die Mr. Bolt für 100 Meter benötigt – vorausgesetzt man ist schwer genug.

Das Gefälle beträgt geschätzte 2%; gefühlte –1,5%. Es gibt keinen nennenswerten Buckel und der Schnee, der aus kleinen Eiswürfeln besteht, ist derart langsam, dass er in Kombination mit der Steigung nur maximal zwei Schwünge erlaubt, bevor der gemeine Pistenrowdy hilflos strauchelt und stehen bleiben muss. Auf der traditionellen Schwarz-bis-Blau-Skala wird diese Piste vermutlich mit einem zarten Himmelblau, fast schon weiß, bewertet.

Und was die Sache vollends unerträglich macht ist, dass es keine Getränke und kein Après-Ski gibt. Man kann sich nicht einmal ordentlich besaufen, um das Risiko dieser sekundenlangen Höllenfahrt wenigstens ein ganz klein wenig adrenalintreibend zu gestalten.

Nun, wenn ich mir meine Freunde und Bewegungstalente aus der Verkaufsabteilung so ansehe, wäre jede Steigerung des Schwierigkeitsgrades sowieso ein fix gebuchter Krankenhausaufenthalt. Der Anblick erinnerte mich irgendwie an die Fotos meiner ersten Skiversuche als ich drei war.
18.10.08 06:38
 



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