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In der Primetime live auf CCTV 5

Nach den French Open im vergangenen und den Swiss Open in diesem Jahr waren die Li-Ning China Open (250.000 Dollar) bereits mein drittes Super-Series-Turnier als internationaler Schiedsrichter. Die Teilnahme an dieser hochdotierten Turnierserie ist wohl für die meisten Schiedsrichter immer wieder ein Highlight im Kalender und die China Open - als mein erstes Großevent in Asien - waren auch persönlich etwas ganz besonderes.

Auf Einladung des chinesischen Verbandes war ich kurzfristig von Badminton Europe als einer von drei europäischen Schiedsrichtern für das zwischen 18.-23. November in Shanghai stattfindende Turnier nominiert worden.

Die Tatsache, dass die Austragungsstätte - das Yuanshen-Gymnasium im Stadtteil Pudong - nur eine 20-minütige Taxifahrt von meiner derzeitigen Wohnung im Zentrum der Wirtschaftsmetropole entfernt liegt, trug mit Sicherheit ein wenig dazu bei, die Entscheidung, mir den Zuschlag für dieses Turnier zu geben, zu erleichtern.

Finanzielle Strapazen lagen also nicht hinter mir, als ich mich Montagnachmittag kurz vor dem ersten Briefing im für Spieler, Trainer, Schiedsrichter und sonstige Offizielle gebuchten 5-Sterne-Hotel einquartierte. (Mit derartigem Luxus wird man als Schiedsrichter in Europa normalerweise nicht verwöhnt.)

Das Turnier startete am Dienstagmorgen in die Qualifikation. Aufgrund zahlreicher Withdrawals war der erste Tag dann noch relativ erholsam. Es gab für jeden Schiedsrichter nur ein Spiel zum Aufwärmen für den darauffolgenden Marathontag. Zehn absolvierte Spiele am Erstrundentag mögen auf den ersten Blick wenig erscheinen, sind bei Spielen auf einem Niveau, das jedes BE-Circuit-Finale beehren würde, jedoch kräfteraubend genug. Zudem war bereits ab der Qualifikation ein TV-Court „für zusätzlichen öffentlichen Druck“ installiert.

Die zweite Runde am Donnerstag war dann mit drei geleiteten Spielen vergleichsweise ruhig. Für das Viertelfinale war für die ausländischen Schiedsrichter ein Ruhetag eingeschoben, welcher für Sightseeing (oder Arbeiten in meinem Fall) genutzt wurde.

Im Semifinale am Samstag wurden wir dafür wieder ordentlich eingespannt. Ich bekam beide Mixed-Halbfinale als Schiedsrichter zugesprochen (einmal Dänemark-Korea und einmal China-China) sowie ein Damendoppel als Aufschlagrichter. Mit einem Einsatz im Finale hatte ich vor Turnierbeginn eigentlich überhaupt nicht gerechnet, da für diese Spiele im Normalfall lediglich Schiedsrichter zum Zug kommen, die die höchsten Weihen schon genossen haben.

Doch am Sonntag, 23. November, saß ich wider Erwarten zum ersten Mal in einem Super-Series-Finale und durfte als Aufschlagrichter im Mixed zwischen Korea und China wertvolle TV-Minuten verbuchen.

Als Schiedsrichter (und besonders als Aufschlagrichter) hält man sich sonst lieber fern vom Rampenlicht (nur ein unauffälliger Schiedsrichter ist bekanntlich ein guter Schiedsrichter), eine tropfende Hallendecke und die dadurch unausweichlichen, ratlosen Beratungen mit Referee und Spielern mitten auf dem Court ließen jedoch ein paar kurze Augenblicke im Zentrum der Aufmerksamkeit nicht vermeiden. Und CCTV hat es natürlich gefilmt.

Abgesehen davon war die Finalteilnahme der krönende Abschluss eines hochklassigen Turniers mit super Atmosphäre. Insgesamt hatte ich 18 problemlose Einsätze zu verbuchen und fühlte mich trotz längerer Abstinenz vom Badmintonzirkus überraschend sicher auf dem Feld. Die Nominierungen für schwierige Partien im Semifinale und Finale habe ich dahingehend als sehr positives Feedback gewertet.

(Der Bericht ist unter dem Titel "Schiri-Highlight in China" auf der Website des Österreichischen Badminton Verbandes erschienen. Verzeiht, wenn ich zu faul bin, was Neues zu schreiben.)
25.11.08 15:09
 



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