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Wer hat’s erfunden?

Wer jemals das Frühlingsfest, das chinesische Neujahr nach dem Mondkalender, in China gefeiert hat, der wird mir wohl zustimmen, dass die Jungs hier keine Sekunde Zweifel aufkommen lassen, wer die verdammte Böllerei erfunden hat.

Was hier zum Frühligsfest verballert wird, lässt jeden Brot-statt-Böller-Aktionisten verstummen, ja sogar die Existenz von Getreide an sich vehement abstreiten! An „Chuxi“, dem chinesischen Silvester, herrschte dieses Jahr (wie jedes Jahr) in Shijiazhuang bereits ab dem Morgengrauen eine Geräuschkulisse wie in Bagdad unter der Bush-Regierung.

Kaum war abends dann die Dunkelheit hereingebrochen stiegen die ersten Raketen und um 20:00 Uhr war zwar nicht Busennacht, doch eine Feuerwerksstimmung wie zuhause um 0:00 Uhr an Silvester – zu Zeiten bevor der Bruder in Not geraten war.

Um 0:00 Uhr Pekinger Zeit schaffte man es schließlich – man glaubt es kaum – noch ein paar Schäufelchen draufzulegen. 40 Minuten lang wurde die Nacht zum Tag. Klangfeuerwerke wären zu diesem Zeitpunkt völlig absurd gewesen, das einzige was zu klingen hatte, waren die Ohren. Tinitus auch bei geschlossenem Fenster mit Zweifachverglasung.

Auch die Ursache der Wirkung darf genauer unter die Lupe genommen werden: was die Munition betrifft lässt man sich hier nicht lumpen. Die Geschosse, die hier privat auf der Straße gezündet werden hat normalerweise nur der Fürst von Liechtenstein im Arsenal und für die hiesigen Böller braucht man anderswo einen Waffenschein.

Den ganzen Tag und die ganze Nacht lief bei jedem dritten Auto die Alarmanlage, weil die sensible Technik die Schallwellen mit Brechstangen verwechselt haben musste. Aber Gott sei Dank hat man das lästige Gedüdel – wenn überhaupt – nur peripher wahrgenommen. Denn es ging genauso wie die Sirenen der Feuerwehr im allgemeinen Tohuwabohu unter.

Geböllert wurde dann eigentlich die folgenden Tage durchgehend, bis am fünften Tag des neuen Jahres die Knallerei ihren abschließenden Höhepunkt erreichte. „Po-wu“ heißt der Tag, „po“ bedeutet so viel wie „durchbrechen“ oder „kaputt machen“, „wu“ ist schlicht die Zahl „fünf“. Man darf also getrost eins und eins zusammenzählen; „Po-Erduo“ wäre eigentlich passender, da die Lauscher bereits vor dem Frühstück kurz vor der Aufgabe sind.
31.1.09 15:13
 



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