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Wintersport

Die Beweggruende, warum ich den Federballsport anderen Sportarten vorziehe, wurden vergangenes Wochenende auf eine harte Probe gestellt. Wohliger Hallensport, weitab von unangenehmen Schlechtwettereinfluessen. Ein Genuss fuer Koerper und Geist und Durchblutung. Ha! Damals in Lanzhou hatte ich noch amuesiert beobachtet, wie man bei eisigen Temperaturen in einem trockengelegten Freiluftschwimmbad Feldlinien fuer ein geplantes Turnier zog. Hier im achso kultivierten Shanghai sind die Verhaeltnisse nicht viel besser, wie ich feststellen musste.

Zwar ging mein erster Turnierauftritt in einer beeindruckenden Sporthalle ueber die Buehne. Doch wie ueberall in China vergisst man nicht nur allzu leicht darauf, fuer den Fall der Faelle Heizungen zu installieren, sondern empfindet auch jede Art von Isolierung als groben Einschnitt in die Rechte auf Frischluft. Aus dem selben Grund werden Eingangstueren hartnaeckig offen gehalten. Nicht, dass es einen Unterschied machen wuerde. Ausser, dass der Zigarettenqualm besser abziehen kann. Denn Rauchverbot neben dem Spielfeld? Ganz sicher nicht in China! Also, zwei Tage Raeucherlachs im Kuehlschrank. Eingewickelt in einen dicken, dicken Wintermantel.

Das Spielsystem trug auch nicht wirklich dazu bei, den Koerper in waermende Schwingungen zu versetzen. Um in nur zwei Tagen auf vierzehn Spielfeldern moeglichst viele hundert Spieler in vier Spielklassen mit jeweils Einzel-, Doppel- und Teambewerb durchpressen zu koennen, damit man moeglichst viel Kohle ueber die Startgelder beziehen kann (Es lebe der Kommunismus!), wurde von den Gruppenspielen weg bis zum Finale nur ein Satz auf 15 gespielt. Ralley-Point natuerlich. Da hat man sich kaum aus dem Mantel geschaelt, ist das Spiel schon wieder zu Ende.

So hatte ich an diesem Wochenende insgesamt nur sechs Doppelspiele. Keines davon dauerte laenger als 5 Minuten - trotz knapper Spielstaende von 15:13. Denn wenn zwei Eiswuerfelpaare in einem derartig unpassenden Modus gegeneinander antreten, ist ein extrem unbewegter Spielverlauf bereits vorprogrammiert. So etwas tu ich mir bestimmt nicht mehr an. 30 Minuten netto Spielzeit bei 20 Stunden Warten in einer Kuehlbox – das laesst dir das Blut in den Adern gefrieren. Im wahrsten Sinne des Wortes. Und dann noch eingangs von „Beweggruenden“ zu sprechen kommt ein wenig zynisch daher.
18.12.06 04:33
 



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