The World According to Dave www.toDave.de

  Startseite
    | China 2011
    | Alltäglich
    | China 2009
    | China 2008
    | China 2007
    | China 2006
    | China 2005
    | Afrika 2008
  Über...
  Archiv
  BUCH zum BLOG
  Landkarte China
  Bildlich

The World According to Dave www.toDave.de

http://myblog.de/todave

Gratis bloggen bei
myblog.de





Ai-li-ke Ke-lai-pu-tun & Band

Waere vergangenen Samstagabend das Dach der Shanghaier Grand Stage eingestuerzt, dann haette man das chinesische Wirtschaftswunder fuer ein paar Monate abschreiben koennen. Denn darunter waeren 90% der in Shanghai beschaeftigten westlichen Expats begraben worden. Und damit die treibenden Kraefte hinter den Unternehmen.

Nach den Rolling Stones, die ich im vergangenen April leider verpasst hatte, geht die Serie an Expat-Entertainment also weiter. Dieses Mal war es kein minderer als der legendaere Eric Clapton, der sich in die Megacity am Huangpu wagte. In ein Land, in dem karaoketauglicher Konserven-Softpop regiert. Wo Mundbewegungen zu Feuerwerk und Lichtershow bereits als Live-Auftritt gelten und “unplugged” mit “playback” verwechselt wird.

Ein riskantes Unterfangen. Robbie Williams hatte seinen im November geplanten Gig bereits absagen muessen. Schwere Depressionen. Vermutlich aufgrund der Vorverkaufszahlen. Bei Clapton war das Haus, wenn auch nicht gerammelt voll, so doch gut besucht. Zum Grossteil natuerlich Auslaender, aber auch ueberraschend viele Chinesen hatten sich bei uns oben auf den billigen 30-Euro-Plaetzen versammelt. Und die durften gespannt mitverfolgen, was die Langnase unter einem bodenstaendigen Rockkonzert versteht:

Weder Feuerwerk noch Knallkoerper. Stattdessen eine Handvoll Lampen in nur vier Farben. Schlechtgekleidete Herren gesetzten Alters mit Instrumenten, die auf Beruehrungen reagieren. Kein Rumgehopse. Nur die Finger tanzen. Keine suesse, standardisierte Jungen-, respektive Maedchenstimme, die unglaubwuerdig von pupertaerem Herzschmerz floetet. Stattdessen vom Leben gezeichnete Maenner, die mit schmerzverzerrter Miene in die Mikros brummen. Und keiner schenkt ihnen Rosen.

Ja, genau das war es. Schlicht, unspektakulaer, gut. Da muss man sich schon alle paar Minuten an Zeit und Ort erinnern, weil es denn einfach doch so absurd klingt: “Eric Clapton Live in Shanghai 2007”. Nur eines hat mir ein wenig den Abend verdorben. Am Eingang wurden Flyer fuer das naechste Konzert auf der Grand Stage im Februar verteilt. Es zerriss mir fast das Herz, denn da ich zu jenem Zeitpunkt bereits das Land verlassen haben werde, wird es der grosse Roger Waters ohne mich schaffen muessen!
22.1.07 04:07
 



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung