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Weihnachtstorten

Der erste Weihnachtsfeiertag fiel dieses Jahr auf einen Montag. Auch in China. Allerdings kegelte sich der Weihnachtsfeiertag bei seinem Fall über die Große Mauer fünf Buchstaben aus. Die fällige Feier entfiel damit und Angestellte ohne erfolgreich durch das System getriebenen Antrag auf Urlaub waren jedenfalls angehalten, in den Büroräumlichkeiten für allfällige Notfälle die Stellung zu halten.

Für die zurückgebliebenen hatte das Human Resource Department am Nachmittag einen kleineren Weihnachtssnack in der Kantine vorbereitet und die Theke bog sich unter der Last von Schokolade, Paprikachips und Pistazien. Freudestrahlend balancierte die Rezeptionistin zu guter Letzt mit zwei Torten heran und stellte sie schnaufend zu den anderen Fressalien auf den “Gabentisch".

Ob denn wer Geburtstag hätte, fragte ich süffisant. Nein, das wären doch Weihnachtstorten, meinte sie fröhlich. Aha, keine Tradition, die ich jetzt mit dem Weihnachtsfest verbinde, aber was weiß ein Fremder. Die beiden Torten waren natürlich mit den auf Geburtstagstorten üblichen Schokoladengrußworten versehen.

Just in diesem Moment stieß die HR-Leiterin hinzu, inspizierte die Torten ganz genau mit einer virtuellen Lupe und rief dann empört, da stünde ja “Alles Gute zum Geburtstag” auf der einen Torte. Das freudige Honigkuchengesicht der Rezeptionistin wich einem Ausdruck von Panik. Sie hätte doch den Lieferanten extra doppelt darauf hingewiesen.

In einem Versuch, die verkrampfte Spannung wieder zu lösen, meinte ich, hey - das sei doch jetzt endlich tatsächlich einmal ein traditioneller, ureigentümlicher Weihnachtsbezug. Immerhin feiere man ja wirklich einen Geburtstag. Darauf die HR-Lady, sichtlich frustriert von dem Fehler, ganz genervt: Ha-ha, wessen Geburtstag denn?! Santa Claus?!

I rest my case.
29.12.17 09:31


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Groß, böse und seltsam

Neulich hatte ich eine interessante Aussage zum Thema westlicher Berichterstattung über China gehört. (Verzeiht, mir wenn ich mich nicht mehr der Quelle entsinne.) Wenn man einmal gezielt darauf achtet, so fällt einem jedenfalls tatsächlich auf, dass jede Meldung über China sich in eine von drei Schubladen platzieren lässt: “Big", “Bad" und “Weird”.

Entweder es geht um Superlativen (BIG!), größte Dings hier, größter Bums da - unabhängig ob es sich dabei jetzt um einen wirtschaftlichen, demografischen oder anatomischen Rekordversuch handelt. Oder es geht um (BAD!) das pöse, pöse Schreckensregime, das die Weltherrschaft an sich reißen will und die Bevölkerung versklavt und mit orwell’schen Methoden totalüberwacht. Oder es wird von (WEIRD!) sensationellen Kuriositäten berichtet.

Dieses Gefühl der Unausgeglichenheit multipliziert sich, wenn man begreift, dass es eigentlich nur eine Handvoll westlicher Journalisten vor Ort gibt, die die üblichen Nachrichtenkanäle füttern. Jetzt kann man sich natürlich darüber streiten, ob der Grund dafür an den widrigen Verhältnissen und dem schwierigen Marktzugang (böses China!) speziell in dieser Branche liegt oder ob es an der Sprach-/Kulturbarriere liegt.

Ungeachtet der Ursache, daraus resultierend wird die Meinung über China - und damit meine ich nicht nur den Mainstream, sondern auch der politische Diskurs - in Europa und den USA von einer extrem kleinen Gruppe (100? 200?) an Korrespondenten der wichtigsten Nachrichtenagenturen geprägt und beinflusst. Und diese stürzt sich - nicht unverständlich - auf die BBW-Themen und lässt bis auf wenige Ausnahmen die positiven und facettenreichen Aspekte außen vor.

Jedes kleine europäische Land erhält eine nuanciertere Berichterstattung. Von den Großen ganz zu schweigen. Trotz über Jahre schwelgendem Anti-Amerikanismus würde beispielsweise niemand würde auf die Idee kommen das ganze Land USA zu verteufeln, nur eines oder mehrer “pösen” Aspekte wegen. Zur Berichterstattung über den Anti-Christ im Weißen Haus wird nuanciert die Gegenseite bereitgestellt. Und die zig Grauzonen dazwischen. Naja, noch.
29.12.17 08:54


Out of the Box Thinking; In the Box Singing

Bleiben wir bei mobilen Themen. Bleiben wir beim Thema APP. Hierzulande gibt es eine Aipipi, die über allem steht. Die Über-APP. Die Triple-AAA-PP. Und das ist WeChat. Teutonisch: “WirSchwatz”. Der eigentliche Name ist “Weixin”, was so viel wie “Mirco-Brief” bedeutet. Was mit einem billigen Knock-off von WhatsApp begann, entwickelte sich neben Alipay in den vergangenen Jahren zur Mutter aller mobilen Applikationen. Was das bedeutet?

Neulich an einem Samstagabend stand Dinner in einem der angesagtesten Chongqing-Hotpot-Restaurants der Stadt an. Das Restaurant ist in der zweiten Etage einer kleinen Mall nur anderthalb Kilometer die Huaihai Road runter und war uns schon das ein oder andere Mal aufgrund der langen Warteschlangen aufgefallen. Lange Schlangen sind in Shanghai zwar nicht immer Garant für Qualität, sondern oft eher Ausdruck des stadtbekannten Lemming-Effekts, aber die Online-Rezensionen verhießen dieses Mal tatsächlich Gutes.

16:45 Uhr also kurz auf WeChat den offiziellen Account des Restaurants aufgerufen und via WeChat eine Nummer für die Schlange gezogen: noch 34 Tische vor uns. Der Fortschritt in der Warteschlange wurde in Echtzeit immer wieder aktualisiert - kein Grund für Stress also, es sollte reichen in einer Stunde aus dem Haus zu gehen.

17:45 Uhr, noch 22 Tische vor uns, machten wir uns langsam auf den Weg. Am Eingang zum Compound kurz durch Scannen des QR-Code am Lenker ein Mobike aufgemacht. Welch weihnachtliche Überraschung: der übliche monotone Klingelton beim Entsperren des GPS-Schlosses an den überall verfügbaren Shared Bikes wurde im Dezember durch eine Jingle-Bells-Melodie ersetzt! Dann gemütlich Richtung Restaurant gepaddelt. Kostenpunkt: 1 ganzer RMB.

18:00 Uhr, Ankunft beim Restaurant. Es waren immer noch 20 Tische auf der Uhr. Das konnte also dauern. Und was erblickten da meine smog-getrübten Augen? Ganze sieben Karaokeboxen direkt am Eingang des Restaurants. Das muss man sich so vorstellen: jeweils ein zwei, drei Kubikmeter große Kästen, einer großen Telefonzelle (kennt das noch wer?) nicht unähnlich. An drei Seiten verglast, mit Vorhängen. Darin: zwei Barstühle, zwei Ablageflächen, an der Rückwand ein 20-Zoll-Touchscreen, darüber ein großer 30-Zoll-Flatscreen. Daneben hängen zwei Mikrofone, zwei Paar Kopfhörer und drumherum viel buntes Bling-Bling.

Oft gesehen, noch nie probiert, war dies eine ausgezeichnete Gelegenheit die Wartezeit zu überbrücken. Türe auf, Mäntel an den Haken und los ging's. Nach einem kurzen Tippen auf den Touchscreen erschien ein QR-Code, der mit WeChat zu scannen war. Zack und bums, die KTV-Box war mit meinem WeChat-Account verknüpft und die Tarifauswahl erschien auf dem Touchscreen der Box. Wir wählten erst mal eine Stunde für CNY 75. Klick. Noch ein QR-Code erschien. Noch einmal mit WeChat gescannt und die Zahlung per WeChat-Wallet mit einem Fingerabdruck am Handy war bestätigt und Feuer frei.

Und wer dachte, das wäre bereits die Krönung der mobilen Evolution, der hat China grundlegend unterschätzt. Kaum den ersten Song geträllert, war die Audiofile mit der Aufnahme bereits auf WeChat verfügbar, bearbeitbar und mit Fotos ergänzbar. Mit einem kurzen Klick auf “publizieren” konnte man umgehend das eigene Musikstück an Freunde schicken oder über die WeChat Moments teilen. Jeder, der das Lied draufhin aufrief und anhörte konnte mit einem einfachen Klick einen monetären Applaus per WeChat Wallet spenden.

In der Zwischenzeit bewegte sich die Warteschlange vor dem Restaurant nur ganz, ganz behäbig. Ganze zweieinhalb Stunden verbrachten wir noch in der Karaokebox, welche nur ein einziges Manko hatte: wo zum Teufel blieben die Drinks? Leidenschaftliches Singen so ganz nüchtern ohne Whisky-Grüntee erfordert dann doch einiges an Überwindung.

Wie dem auch sei, nach insgesamt dreieinhalb Stunden Wartezeit (wer macht so was bitte?) war unser Tisch endlich frei. Kaum Platz genommen, war klar, dass jetzt zum ersten Mal an diesem Abend der Switch von Über-APP 1 auf Über-APP 2 vollzogen werden musste. Am Tischrand war ein Kleber mit einem QR-Code, zu Scannen mit Alipay, der Monster-App von Alibaba, die den Mobilmarkt statt von der Messaging-Seite von der E-Commerce/Zahlungsmittel-Seite aufrollt.

Einmal kurz Scannen und schon wurde der eigene Account mit der Tischnummer und dem Alipay-Account des Restaurants verlinkt, wo man gemütlich alle Zutaten für den Hotpot auf der elektronischen Speisekarte am Handy aussuchen und zusammenstellen konnte. Zu guter letzt kurz die Bestellung abgegeben - Bezahlung erfolgte via Alipay direkt - und schon spurten die ersten Kellnerinnen mit den Gerichten an. Nur Kauen schaffen diese APPs noch nicht.
27.12.17 04:19


Ey Pippy!

Wie antiquiert diese Seite als Kanal der narzisstischen Selbstdarstellung ist, fiel mir nur wenige Sekunden nach dem Einsteigen ein. Schritt zwei war nämlich umgehend der Griff zum mobilen Endgerät. Unvorstellbar aber wahr, mein letzter Eintrag war in einer Ära der Menschheit, in der die Dämmerung der Zivilisationsseuche Smartphone gerade erst eingesetzt hatte.

In sechs Jahren sind wir quasi vom Mittelalter in die Industrialisierung gebeamt worden, in Bereiche der Abhängigkeit zwischen Mensch und Maschine vorgedrungen, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat - geschweige denn sich hat träumen lassen.

Schritt zwei war also das Entsperren des Endgeräts per Fingerabdruck. (Ey Scotty, Hai-Täck!) Schritt drei das Bedauern über die fehlende Gesichtserkennungsfunktion (I bims, der Neanderthaler aus 2016!). Schritt vier der Brauserschnellcheck. (Ja, die Seite ist auf einen 5-Zoll-Berührungsempfindlichen-Bildschirm anpassbar!). Schritt fünf, der Wisch in den Appstore. (Nein, keine App! Hilfe, was nu', wie kommt der Text auf die Seite?!)

Schritt sechs der automatische Rückfall in uralte, instinktive Verhaltensmuster des erfahrenen Old-Chinahand-In-China-Essen-sie-Hunde-Möchtegernsensationsbloggers: der China-Bezug!

Meine Damen und Herren, wenn es etwas gibt, das mich seit der Einführung der ersten geschmuggelten iPhones hier in China schier in den Wahnsinn treibt, dann ist es die landesweit übliche Aussprache des Wortes "App" im Chinesischen.

Hatte man sich in den 90ern noch Zeit genommen, liebevoll chinesische Begrifflichkeiten zu kreieren, die sowohl phonetisch, als auch semantisch passend waren (Beispiel "hei-ke"/Schwarzer Gast für Hacker) anstatt blind Anglizismen zu übernehmen (wie im Deutschen Sprachgebrauch nicht unüblich), so wurde mit dem Aufkommen des iPhones das Wort "App" nicht nur entwurzelt, sondern von hinten gleich nochmal vergenotwurzelt.

Wirft man also in einen chinesischen Satz ganz leger das Wort "App" (Sprich: äpp) in die Runde, wird das nicht nur vom Bauern aus dem hintersten Provinznest in Anhui mit drei Fragezeichen quittiert. Nein, auch der hipste "jiuling hou" (post-1990 geborene) aus Shanghai wird erst nach minutenlanger Erläuterung triumphierend "Aaaaaah, Ey Pi Pi!" rufen.

A-P-P. Wofür sollen denn die drei Buchstaben stehen? Das einzige was da steht sind meine Nackenhaare. Und die Zehennägel, die sich rollen. Kennt jemand das Gefühl, wenn man denkt, man hat einen Metallschlüssel im Mund. Oder man kratzt mit einer Gabel über einen Teller? Das ist genau das Gefühl, das APP in meinem Nervensystem auslöst.

Aber was soll's. Jahrelanger Stellungskampf eines Missionars gegen Windmühlen. Ich gegen 1,4 Milliarden. Weiße Fahne! 
26.12.17 15:02


Phantomfettfinger

Ist Bloggen noch modern? Diese Frage stellte ich mir eben, als ich nach - moment, halte Dich fest! - sechseinhalb Jahren zum ersten Mal wieder diese Seite aufrief und das Passwort überraschenderweise wie magisch aus den Tiefen meines Unterbewusstseins die Hauptschlagader runter und über Schulter, Ellbogen und meine zarten - für manuelle Arbeit völlig unbrauchbaren -  Hände in die Finger schoss. In welcher Ecke war denn das noch gespeichert?

Ein halbes Jahrzehnt aufzuarbeiten liegt mir fern. Dieses Projekt behalte ich mir für die Sitzungen mit meinem Therapeuten auf, wenn mich dereinst die Middle-Life-Crisis packen sollte. Was brachte mich also ausgerechnet heute wieder auf diese Seite? War es vielleicht die weihnachtliche Besinnlichkeit, die mich daran erinnerte, dass ich mir im Jahre 2006 geschworen hatte - lies ruhig nach! - diesen Feiertag nicht mehr in Shanghai zu verbringen?

Es war weder das erste, noch wird es das letzte Mal sein, dass ich dieses Versprechen gebrochen habe. Die Zeiten ändern sich. Bequemlichkeit geht mittlerweile oft vor Emotionsbefriedigung. Und den Umständen entsprechend ist es momentan nervlich angenehmer, die Feiertage im 2017 erstmalig ernsthaft smog-geplagten Shanghai zu verbringen, als mit Kind und Kegel für eine Woche ins Vielleicht-Vielleicht-auch-nicht-Winter-Wonderland zu fliegen um am Weihrauchkessel zu ziehen.

Dies alles also nur ein Auspuff zur Sublimierung unterdrückter Weihnachtsgefühle? Wer weiß. Grund für die lange Pause war eigentlich lediglich die einsetzende Abstumpfung. China war zur Normalität geworden. So normal, dass einem stattdessen umgekehrt die Wursttheke in jedem x-beliebigen mitteleuropäischen Supermarkt wie das achte Weltwunder vorkam. Und eine 10.000-Zeichen-Ode an die Vielfalt gepökelter Fleischwaren wollte ich Euch - und mir selbst - ersparen. (Gibt es so etwas wie Phantomfettfinger? Wenn ja, nach dem letzten Satz hab ich sie.)

Nein, eigentlich ist dies alles ein Selbstversuch, mich wieder in jenen Zustand zurückversetzen, als ich den Alltag in China mit einer gewissen kindlichen Naivität und Verwunderung erlebt hatte und in der Lage war, dies dann amüsant zu recyceln, anstatt dem Zynismus zu verfallen.  
26.12.17 15:00


Kleiderordnung

Die Badminton World Federation fuehrt ab Juni Rockpflicht fuer Spielerinnen ein. An und fuer sich ja schon zum Schmunzeln fuer die einen, empoerend fuer die anderen.

Den Vogel schiesst jetzt aber die Pan-Malaysian Islamic Party ab, die laut badzine.de malaysische Spieler dazu aufruft, die Singapore Open zu boykottieren, da - man halte sich fest - die Kleidervorschrift gegen deren Kleidervorschrift verstoesst.

Musliminnen ist es angeblich nicht erlaubt beim Federballspiel Roecke zu tragen. Was dann? Die Burka war auch davor nicht erlaubt. Fehlt nur noch, dass man sich religioes diskrimiert fuehlt, wenn man verliert - obwohl der Koran vorschreibt, als Sieger vom Platz gehen zu muessen.
12.5.11 13:17


Die tanzenden Sterne

Jetzt wo's wieder warm ist brauch ich morgens eigentlich keine Uhr mehr. Wie die antiken Seefahrer habe ich Sterne, die mir den Weg leuchten und mir zeitliche Orientierung sind.

Doch waehrend die Seefahrer erhobenen Hauptes in den Himmel blickten muss ich auf meinem morgendlichen Marsch ins Buero nur geradeaus starren und hoffen nicht mit dem Sternhagel zusammenzustossen.

Auf etwa halbem Weg zur Arbeit trifft sich bei schoenem Sommer fruehlings, sommers und herbsts immer eine Fruehrentnergruppe von etwa siebzig, achtzig Leuten zum Tanzen auf der Bordsteinkante vor dem grossen Drugstore neben dem Tempel.

Jahrelang schon muss ich also mitansehen, wie diese Tanztruppe tagein tagaus zur selben Musik, zur genau selben CD, das Tanzbein schwingt. Auf Basis des gerade abgespielten Songs kann ich exakt bestimmen, ob ich zu spaet, zu frueh oder - na ja - zu puenktlich dran bin.

Und erst in meinem vierten Jahr auf dieser Strecke macht es endlich "klick" und die Konstellation von Ort und Ritual wird mir ploetzlich sonnenklar. Ploetzlich macht alles Sinn.

Aeltere Menschen, die wie von Sinnen zum Walzer Foxtrott tanzen und zum Foxtrott twisten; die manisch zum Salsa Walzer tanzen und zum Foxtrott Rumba; die geistesabwesend zu Diskomusik Schleicher tanzen und  zum Schleicher shaken.

Und das alles zur gleichen Zeit, zum selben Song, zum anderen Rythmus. Mit Partner, ohne Partner; mit Hund, ohne Hund; mit Partner ohne Hund; mit Hund ohne Partner; mit echtem Partner, mit imaginaerem Partner.

Vor einer Apotheke. 
9.5.11 15:20


Freitod einer Putzwaffe

Shanghais Luft ist derart verstaubt und dreckig, dass es in der Regel das Risiko nicht wert ist, sich akrobatisch am Fensterputzen im 18. Stockwerk zu versuchen. Der Glanz frisch geputzter Fenster haelt meist eh nur fuer wenige Minuten an.

Aber alle zwei, drei Jahre, wenn man Sonntag morgens aufsteht, die Vorhaenge aufzieht und sich nicht mehr so ganz sicher ist, ob die Sonne bereits aufgegangen ist oder die Uhr nicht stimmt, ist es Zeit Hammer und Meissel aus dem Keller zu holen und die zentimeterdicke, schwarze Aussenschicht mit Brachialgewalt wegzuspitzen.

Fuer das Fenster im Wohnzimmer braeuchte ich eigentlich zwei Meter lange Arme und eine ordentliche Teleskopstange - ein bisschen Semtex wuerde auch nicht schaden - um wieder fuer klare Sicht zu sorgen, aber zur Not muss man sich eben mit herkoemmlichem Putzwerkzeug und einer Prise Lebensmuedigkeit abhelfen.

Gluecklicherweise war die Tortur dieses Mal eine kurze. Denn bereits nach zehn Minuten warf mein Vileda-Fensterputzwerkzeug entnervt das Handtuch und stuerzte sich in den Freitod. Bis ich adaequaten Ersatz gefunden habe ist das Projekt "Freie Sicht auf Shanghai" also auf Eis gelegt. Ich versuch's naechstes Jahr wieder.
8.5.11 16:27


 [eine Seite weiter] s



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