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Ey Pippy!

Wie antiquiert diese Seite als Kanal der narzisstischen Selbstdarstellung ist, fiel mir nur wenige Sekunden nach dem Einsteigen ein. Schritt zwei war nämlich umgehend der Griff zum mobilen Endgerät. Unvorstellbar aber wahr, mein letzter Eintrag war in einer Ära der Menschheit, in der die Dämmerung der Zivilisationsseuche Smartphone gerade erst eingesetzt hatte.

In sechs Jahren sind wir quasi vom Mittelalter in die Industrialisierung gebeamt worden, in Bereiche der Abhängigkeit zwischen Mensch und Maschine vorgedrungen, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat - geschweige denn sich hat träumen lassen.

Schritt zwei war also das Entsperren des Endgeräts per Fingerabdruck. (Ey Scotty, Hai-Täck!) Schritt drei das Bedauern über die fehlende Gesichtserkennungsfunktion (I bims, der Neanderthaler aus 2016!). Schritt vier der Brauserschnellcheck. (Ja, die Seite ist auf einen 5-Zoll-Berührungsempfindlichen-Bildschirm anpassbar!). Schritt fünf, der Wisch in den Appstore. (Nein, keine App! Hilfe, was nu', wie kommt der Text auf die Seite?!)

Schritt sechs der automatische Rückfall in uralte, instinktive Verhaltensmuster des erfahrenen Old-Chinahand-In-China-Essen-sie-Hunde-Möchtegernsensationsbloggers: der China-Bezug!

Meine Damen und Herren, wenn es etwas gibt, das mich seit der Einführung der ersten geschmuggelten iPhones hier in China schier in den Wahnsinn treibt, dann ist es die landesweit übliche Aussprache des Wortes "App" im Chinesischen.

Hatte man sich in den 90ern noch Zeit genommen, liebevoll chinesische Begrifflichkeiten zu kreieren, die sowohl phonetisch, als auch semantisch passend waren (Beispiel "hei-ke"/Schwarzer Gast für Hacker) anstatt blind Anglizismen zu übernehmen (wie im Deutschen Sprachgebrauch nicht unüblich), so wurde mit dem Aufkommen des iPhones das Wort "App" nicht nur entwurzelt, sondern von hinten gleich nochmal vergenotwurzelt.

Wirft man also in einen chinesischen Satz ganz leger das Wort "App" (Sprich: äpp) in die Runde, wird das nicht nur vom Bauern aus dem hintersten Provinznest in Anhui mit drei Fragezeichen quittiert. Nein, auch der hipste "jiuling hou" (post-1990 geborene) aus Shanghai wird erst nach minutenlanger Erläuterung triumphierend "Aaaaaah, Ey Pi Pi!" rufen.

A-P-P. Wofür sollen denn die drei Buchstaben stehen? Das einzige was da steht sind meine Nackenhaare. Und die Zehennägel, die sich rollen. Kennt jemand das Gefühl, wenn man denkt, man hat einen Metallschlüssel im Mund. Oder man kratzt mit einer Gabel über einen Teller? Das ist genau das Gefühl, das APP in meinem Nervensystem auslöst.

Aber was soll's. Jahrelanger Stellungskampf eines Missionars gegen Windmühlen. Ich gegen 1,4 Milliarden. Weiße Fahne! 
26.12.17 15:02
 
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